Momentaufnahme 2012

Fangen wir heute an, Ende November. Der Nebel verstärkt das Gefühl, dass die Welt um Artists Unlimited herum verschwunden ist. Seit Tagen Bildauswahl und Texten. Es gibt immer was zu tun. 900 Mails sind in diesem Jahr durch den Hausverteiler gegangen. Die Vorbereitungen für Superkauf laufen auf Hochtouren. Eine Theke wird gebastelt, die Einladungen müssen raus – dabei nicht die Buchhaltung vergessen. Und die eigenen Jobs. Und das Essen. Suppe auf der zweiten Etage. Auf der Dritten klingt gerade die Pancake-Phase aus, die Erste kümmert sich eher um die Getränke. In der Galerie wird die Ausstellung dokumentiert …

Momentaufnahme 2012

Beitrag zum Artists Unlimited Jahresprogramm, 2012
Daumen
Daumen

Daumen

2014
Recherche
Recherche

Recherche

2014
Unsagbar
Unsagbar

Unsagbar

2014
autobahn
autobahn

Autobahn

2014
k o
k o

k o

2014
Herr von Myra

Der Lärm des Tages muss draußen bleiben. Handys, Termine und Treuepunkte dürfen für einen Moment ruhen. Hier geht es um wichtigere Dinge. Um Sie, um Brot und um rote Wangen. Industriell erzeugte Massenware interessiert uns nicht. Hier sind Sie dabei und sehen, wessen Hände den Teig formen. Riechen, welches Holz Ihr Brot befeuert. Spüren, dass wir uns Zeit für Sie nehmen. Die Backstube passiert um Sie herum – traditionell, anspruchsvoll und unmittelbar. Wir wissen nicht, was Sie wollen – bevor Sie es uns sagen. Sie wissen nicht, was Sie wollen, bevor Sie hier waren. Deshalb warten wir auf Sie und backen nicht nachts im Akkord. Wir reagieren direkt auf Ihre Wünsche. ...

Herr von Myra – Brotmanufaktur

Namensfindung und Werbetext, meier stracke, 2012
Gesuch
Gesuch

Gesuch

2014
Momentaufnahme

Artists Unlimited 2011 war nicht da sein. Für mich zumindest. Nur drei Monate nicht im Haus sein, in der Zeit vier Ausstellungen verpassen und das Gefühl für die Stimmung im Haus verlieren – trotz regem E-Mail-Verkehr. Artists Unlimited 2011 war wieder kommen. Sommerparty, Brandschutz, Gastkünstler – es gibt immer was zu tun. Unsere Gastkünstler. Die kleine blonde Anna, die mit ihrem schnaubenden Hund durch das Haus zog. Ich wusste nicht, dass man eine Wurst an einer Leine führen kann. Unser Gastkünstler aus Italien, der kurzzeitig die Live-Musik in unserem Haus einführte, gemeinsam mit der Teufelsgeigerin. »One more sad Italian lovesong!« Schöne Sommer ...

Momentaufnahme

Beitrag zur Artists Unlimited Zeitung, 2011
about
about

about

2014
Zeitraffer
Zeitraffer

Zeitraffer

2014
Ihr Ziel liegt in einer beschränkt erreichbaren Zone

Die Spracherkennung des Kunden hatte eine grundlegende Störung – wenn ich sagte »ich arbeite daran« hörte er »Morgen ist es fertig«. Könnte man die Informationen zu unserer Tagung nicht auch so aussehen lassen, als würden sie auf dem Wasser schwimmen, das auf dem Bild zu sehen ist? Ohne Umweg über meinen Posteingang geht diese Kundenmail direkt in mein Herz. Tut weh. Tut mir so weh, dass ich mein Haupt gen Tastatur senke und tief einatmen muss. Eine reizende Idee. Da hat jemand sein Handwerk, das doch eigentlich meins sein sollte, verstanden. Bei vielen Kunden haben sich die riskanten Umstände ergeben, dass sie eine leise ...

Ihr Ziel liegt in einer beschränkt ...

erschienen in Leerzeichen für Applaus, 2010
Aloha
Aloha

Aloha

2014
Selbstverstaendnis
Selbstverstaendnis

Selbstverständnis

erschienen in Leerzeichen für Applaus, 2010
Die Gedanken sind frei

Die Gedanken sind frei und fliegen vorbei wie nächtliche Schatten. Was, wenn der Tag kommt, an dem die Gedanken tatsächlich nicht mehr sind als nächtliche Schatten? Wenn das Licht, das diese Schatten wirft, beginnt zu flackern, schwächer wird, erlischt. Wenn ich vor meinen Kindern stehe und ihre Namen nicht mehr weiß. Und es überspiele. Bis ich allein bin. Und weinen kann. Lange weinen. Bis ich vergessen habe, warum ich weine. Welche Namen werde ich zuerst vergessen? Wo wird sich der klebrige Schleier niederlassen? Neblige Namensniederungen, systemloses Gedankenlabyrinth. Erschöpft durch tägliche Spurensuche. Die eigenen Lebensspuren ...

Die Gedanken sind frei

Text zum Thema Alzheimer, 2004
lang kurz
lang kurz

lang kurz

erschienen in Leerzeichen für Applaus, 2010
Lebenslauf
Lebenslauf

Lebenslauf

erschienen in Leerzeichen für Applaus, 2010
Wahrsagen
Wahrsagen

Wahrsagen

erschienen in Leerzeichen für Applaus, 2010
Drucker-Menü (für Zwei) 

Er schnurrte zufrieden in seinen Aufwärm-Übungen. Ab und zu glimmten zwei Lämpchen auf, mit ihnen meine Hoffnung, erloschen dann alle drei im Abstand eines Wimpernschlags, wichen meiner Wut und Verzweiflung. Mein Zeigefinger färbte sich allmählich blau, ob der vielen Animationsversuche, dem An- und Ausschalten unter Zuhilfenahme meines gesamten Körpergewichts. Unbeeindruckt von den einundfünfzig Kilo (vielleicht etwas mehr, ich bin seit langem nicht auf der Waage gewesen) beharrte er auf seinem Ungehorsam. Ich starrte ihn an. Er hatte mir nichts zu sagen, noch weniger zu geben. Trügerisch wehte er ab und zu mit der weißen Fahne, als hätten ihn ...

Drucker-Menü (für Zwei) 

erschienen in Leerzeichen für Applaus, 2010
Stoersignale
Stoersignale

Störsignale

erschienen in Leerzeichen für Applaus, 2010
this is about

Warum möchten Sie ein Buch machen? Beschreiben Sie in drei Sätzen die Grundidee Ihres Buches. Na gut, versuchen Sie es noch einmal in fünf Sätzen! Welche Funktion erfüllt Ihr Buch im beruflichen Alltag Ihres Lesers? In welches Regal soll der Buchhändler Ihr Buch einordnen? Liegen Ihrem Buch bestimmte Theorien zugrunde? Stützen Sie Ihre Ansichten auf Berufs- oder Lehrerfahrung? Definieren Sie die Zielgruppe Ihres Buches so präzise wie möglich. Welche Interessen setzen Sie bei ihren Lesern voraus? Gibt es bereits vergleichbare Publikationen? Wodurch unterscheidet sich Ihr Buch von den anderen? Aus welchen Bausteinen setzt ...

this is about

Beitrag zur Broschüre des Birkhäuser Verlags, 2009
Fähnchen
Fähnchen

Fähnchen

erschienen in Leerzeichen für Applaus, 2010
Rindenkuss

Schriller Weckerruf erklärt meinen Träumen den Kampf. Realität erklimmt meinen blinzelnden Augenaufschlag. Fünf Uhr Vierzig. Zeit zu fahren. Die Pflicht ruft. Viel zu laut, viel zu plötzlich. Die Pflicht brüllt. Muss gehen. Tausche warme Daunenwelt gegen lautlos kriechende Kälte. Geräusche sind über Nacht erfroren. Nur die Pflicht ruft noch in der Ferne. Weiß gepuderte Friedlichkeit. Schläfriger Ruhepuls pocht beruhigend gegen freigekratzte Fenster. Staubige Heizungsluft umlullt die Augen, wringt aus, wie feuchte Waschlappen. Atemwolken suchen ihren Weg zur Wärme. Friedliche Straße durch friedlichen Wald. Spiegelnde Straße spottet meinen Reifen ...

Rindenkuss

Erzählung zu einem Autounfall, 2004
Von Sinnen – 25 Jahre Artists Unlimited

Artists Unlimited ist sehen. Das sind 228 Ausstellungen, die seit der Eröffnung in der Galerie präsentiert wurden, den Artists und den Galerie-Besuchern immer wieder spannende Perspektiven eröffneten. Es ist das Betrachten der Arbeiten innerhalb des Hauses, der Austausch und die Unterstützung, das Umgeben sein von Gestaltung. Es ist das ›sich später sehen‹ und ›sich blicken lassen‹, das Haus als Treffpunkt vieler verschiedener Menschen. Unsere Sicht auf unsere Umgebung. Gedanklich von unserem Standpunkt aus. Wahrhaftig von unserem Fahrstuhl-Turm aus, der den Blick frei gibt auf Wald, Burg und den Nachbarn, der auf den ...

Von Sinnen – 25 Jahre Artists Unlimited

Beitrag zur Artists Unlimited Publikation NOW, 2010
studi VZ
studi VZ

studi VZ

erschienen in Leerzeichen für Applaus, 2010
Lizenz
Lizenz

Lizenz

erschienen in Leerzeichen für Applaus, 2010
Junge Typografen

Wo bist du aufgewachsen, wo hast du studiert? Meine Heimatstadt ist Rietberg, ein idyllisches Städtchen mit 9.000 Einwohnern. Ab 2004 habe ich in Bielefeld studiert und dort gewohnt, ab 2006 im Künstler- und Atelierhaus Artists Unlimited. Wann hast du realisiert, dass Typografie / Gestaltung dein Ding ist? Wie bist du zur Typografie gekommen?

Das Interesse für Gestaltung begann bei mir ganz klassisch, wie bei vielen anderen vermutlich auch: mit dem Zeichnen und Malen als Kind. Außerdem besitze ich scheinbar eine angeborene Faszination für Worte und Sprache, habe immer schon viel geschrieben. Es gibt Sätze, Betonungen und Dialoge, die ich jahre ...

Junge Typografen

Interview des Niggli-Verlags, 2010
Farblehre
Farblehre

Farblehre

erschienen in Leerzeichen für Applaus, 2010
Teeny

Stylen für das neue Lebenslevel. Bonbonfarbene Puderpaletten begraben schrill-schreiend weite Poren. Heute wird sich alles ändern. Party-Poren eröffnen Paarungs-Perspektiven. Kleine Schmollmünder ersticken unter Erdbeer-Lipgloss, wie Dosen-Pfirsiche mit transparentem Tortenguss. Zwei Jahre altern in zwei Stunden Make-up nachgeholt. Taufrische Gesichter 14-Jähriger könnten die Gesichter ihrer Mütter sein. Haare mutieren zu toupierten Helmen. Angriffs-lustige Hochsteck-Frisuren erklären den Altersbegrenzungen den Kampf. Adrenalin-Kick durch Schlangestehen in der Reihe der gefälschten Schülerausweise. Die dekolletierte Push-Up ...

Teeny

Beitrag zur Arbeit Teenitus, 2004
Gilette

Sonne mustert meine Wände / von Mustern sonnig mein Gesicht / Sommertag erfüllt die Decke / Matratze schwitzt und keucht / ich nicht / Mein kleiner Zeh verlangt nach Kühle / mein Fuß erklimmt die Deckenlose / ihm folgt das Bein / das sehr an ihm  / hängt / nun aus dem Bett / Und viel zu unrasiert / ich weiß. / Ade, du Sommertag / bin zu behaart. / Die Klinge blinkt verheißungsvoll / vom Knöchel zum Knie / Knöchel zum Knie / Knöchel zum Knie / Haare fließen ab in Kanäle, / denen keiner folgen mag. / Rutsche ab / Schneide mir ins Fleisch / was mein eigen / und Blut ist / einzig. / Wetter verlangt nach Ärmellosigkeit. / Achsel verlangt nach Wetterlosig ...

Gilette

erschienen in Neben mir Zwei leere Stühle, 2006
Rachael Elwell (Dis)Order

Sie sammelt den ganzen Tag. Unbemerkt filtert sie ihren Alltag, Handlungen und Gesehenes, entwickelt daraus ein Konzentrat, das Grundlage ihrer Arbeit ist: Zahlen. Rachael Elwell, britische Gastkünstlerin von Artists Unlimited, entdeckt und erdenkt immer wieder neue Systeme, die aus Codes und Zahlen-Spielchen völlig losgelöste Zeichnungen entstehen lassen, die überhaupt nicht nach mathematischen Grundregeln aussehen. Während ihres dreimonatigen Stipendiums bei Artists Unlimited archivierte sie Zahlen von Zugplänen, Quittungen, Websites, gefundenen Notizen. Den ›Alltag in Ziffern‹ pflegte sie in Raster und Koordinaten-Systeme ein, generierte ihn ...

Rachael Elwell (Dis)Order

Pressetext zur Ausstellung bei Artists Unlimited, 2010
Boxengeburtstagstorte

als die Musik zu ende geht als die Musik zu ende geht als die Musik zu ende geht als die Musik zu ende geht als die Musik zu ende geht als die Musik zu ende geht als die Musik zu ende geht als die Musik zu ende geht als die Musik zu ende geht als die Musik zu ende geht als die Musik zu ende geht als die Musik zu ende geht als die Musik zu ende geht als die Musik zu ende geht als die Musik zu ende geht als die Musik zu ende geht als die Musik zu ende geht als die Musik zu ende geht als die Musik zu ende geht als die Musik zu ende geht als die Musik zu ende geht als die Musik zu ende geht als die Musik zu ende geht als die Musik zu ende geht als die Musik zu ende geht als die Musik zu ...

Dein Hinterkopf / Boxengeburtstagstorte

erschienen in Neben mir Zwei leere Stühle, 2006